Disavow in der Google Search Console

Wann KMU Links lieber ablehnen sollten (und wie es richtig geht)

Viele MittelstĂ€ndler im Norden kĂŒmmern sich inzwischen aktiv um ihr Online-Marketing – mit Website, Google-EintrĂ€gen und SEO-Maßnahmen. Was aber kaum einer weiß: Manchmal kann ein „Zuviel“ an SEO aus der Vergangenheit schaden. NĂ€mlich dann, wenn dubiose oder veraltete Backlinks von außen auf deine Website zeigen. Genau dafĂŒr gibt es das „Disavow Tool“ in der Google Search Console.

Dieser Beitrag erklĂ€rt, was es mit dem Disavow-Verfahren auf sich hat, wann es sinnvoll ist und wie du es Schritt fĂŒr Schritt richtig nutzt.

Was ist das Disavow-Tool ĂŒberhaupt?

„Disavow“ heißt ĂŒbersetzt so viel wie ablehnen oder verwerfen. Es geht darum, bestimmte eingehende Links (Backlinks) gegenĂŒber Google fĂŒr ungĂŒltig zu erklĂ€ren.
Das Tool sagt sinngemĂ€ĂŸ:

„Google, bitte ignoriere diese Links – sie gehören nicht zu meinem natĂŒrlichen Linkprofil.“

Damit schĂŒtzt du deine Website davor, dass schlechte oder unnatĂŒrliche Links dein Ranking verschlechtern.

Wann sollte man das Tool einsetzen?

Google erkennt viele Spam-Links heute automatisch. In den meisten FĂ€llen musst du nichts tun.
Ein Disavow-Einsatz ist nur sinnvoll, wenn:

  • du eine manuelle Maßnahme in der Search Console erhalten hast („UnnatĂŒrliche Links erkannt“)
  • dein SEO-Tool auffĂ€llig viele toxische Backlinks meldet
  • dein Ranking plötzlich stark einbricht, ohne dass sich sonst etwas verĂ€ndert hat
  • du in der Vergangenheit Links gekauft oder ĂŒber fragwĂŒrdige Netzwerke bekommen hast

Beispiele fĂŒr schĂ€dliche Links:

  • Linkfarmen mit Hunderten generischen Artikeln
  • automatisierte Foren- oder Kommentarlinks
  • Spam-Verzeichnisse aus Asien oder Russland
  • Domains mit Malware- oder Casino-Inhalten
  • bezahlte Links aus „SEO-Paketen“

Warum kann das gefÀhrlich sein?

Jeder Link zu deiner Seite gilt fĂŒr Google grundsĂ€tzlich als „Empfehlung“. Wenn diese Empfehlungen aber aus Schrott-Quellen stammen, wirkt das unnatĂŒrlich.
Im schlimmsten Fall denkt Google:

„Diese Seite manipuliert ihr Ranking mit Spam-Links.“

Dann droht ein Ranking-Absturz oder eine manuelle Abstrafung.

Wie erkennt man schlechte Backlinks?

DafĂŒr gibt es mehrere Wege:

  1. Google Search Console → MenĂŒ „Links“ → Externe Links exportieren
  2. SEO-Tools wie Ahrefs, SEMrush, Sistrix oder Ubersuggest → dort bekommst du Metriken wie „Toxic Score“ oder „Spam Rating“
  3. Manuell prĂŒfen:
    • Thematisch völlig unpassende Seiten
    • Schlechte Sprache, kaputte Inhalte
    • Massiv viele Links ohne Zusammenhang

Am besten arbeitest du mit einer Excel-Liste oder CSV-Export, bewertest die Quellen und markierst fragwĂŒrdige Domains.

So gehst du beim Disavow Schritt fĂŒr Schritt vor

1. Liste erstellen
Erstelle eine einfache Textdatei (.txt) mit den zu entwertenden Domains oder URLs.
Beispiel:

# Kommentare beginnen mit #
# Diese Domains sollen ignoriert werden
domain:spamseite123.com
domain:linkfarm-abc.net
https://schlechterlink.de/bad-post.html

Wichtig: Eine Domain kannst du komplett ausschließen (mit domain:), oder nur einzelne Seiten angeben.

2. Datei speichern
Dateiname z. B. disavow-links.txt
Kodierung: UTF-8 (ohne BOM)

3. Tool aufrufen
Das Disavow-Tool findest du hier:
https://search.google.com/search-console/disavow-links

WÀhle dein Property (Website-Projekt) aus, lade die Datei hoch und bestÀtige den Upload.

4. Abwarten
Google verarbeitet die Datei nicht sofort. Es kann mehrere Wochen dauern, bis die Entwertung der Links beim Crawling berĂŒcksichtigt wird.
Wenn du spĂ€ter neue schlechte Links findest, kannst du einfach eine aktualisierte Datei hochladen – die alte wird dadurch ersetzt.

Typische Fehler vermeiden

  • Keine ganzen Domains disavowen, wenn nur einzelne Seiten problematisch sind.
  • Nicht aus Panik alle Backlinks löschen – gute Links sind Gold wert.
  • Keine ungesicherten Tools oder dubiosen „SEO-Experten“ nutzen, die automatisch Disavow-Listen erzeugen.
  • Kein Overkill: 20 fragwĂŒrdige Links schaden weniger als 2 000 gute Links nĂŒtzen.

Wann lieber Finger weg?

Wenn du keine manuellen Maßnahmen hast und dein Ranking stabil ist, brauchst du das Tool nicht. Google filtert von sich aus sehr viele schlechte Links heraus.
Ein unbedachter Disavow kann sogar Schaden anrichten – etwa wenn du aus Versehen gute Links mit entfernst.

Fazit

Das Disavow-Tool ist kein Zauberstab, sondern eher eine Notbremse fĂŒr SEO-Altlasten.
FĂŒr KMU im Norden, die seit Jahren online sind und eventuell „SEO-Dienstleister“ aus der Vergangenheit im Spiel hatten, kann ein regelmĂ€ĂŸiger Linkcheck aber sinnvoll sein.

Das Motto lautet:

Erst prĂŒfen – dann ablehnen. Und nur, wenn’s wirklich nötig ist.

🐑 DatenschĂ€fer: Analyse, Auswertung und Automatisierung fĂŒr KMU im Norden

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