Ziel: Access-Daten auf SharePoint nutzen – ohne Murks
SharePoint klingt verlockend: zentral, browserbasiert, Office 365-kompatibel.
Aber: Access hat klare Grenzen. Und SharePoint auch.
Du willst: Tabellen veröffentlichen, Daten austauschen oder automatisieren.
Ich zeig Dir, was geht – und was Du lieber bleiben lässt.
Variante 1: Tabelle auf SharePoint veröffentlichen
In Access: Rechtsklick auf Tabelle → „Auf SharePoint veröffentlichen“.
Dann: SharePoint-URL angeben (z. B. https://deinefirma.sharepoint.com/sites/vertrieb)
Access erstellt eine verknüpfte Liste.
Die eigentliche Datenhaltung passiert jetzt auf SharePoint.
Nachteile:
- Nur einfache Datentypen
- Keine Beziehungen
- Kein Fremdschlüssel
- Langsam bei großen Datenmengen
- Nur für Einzelnutzer oder sehr einfache Teams
Empfehlung: nur für kleine Hilfstabellen oder strukturierte Listen verwenden.
Variante 2: Access-Tabelle nach Excel exportieren → auf SharePoint bereitstellen
Public Sub ExportNachSharePointExcel()
Dim pfad As String
pfad = Environ("OneDriveCommercial") & "\Berichte\umsatz.xlsx"
DoCmd.TransferSpreadsheet acExport, acSpreadsheetTypeExcel12Xml, "qryUmsatz", pfad, True
End Sub
Dieser Pfad wird automatisch mit SharePoint synchronisiert, wenn OneDrive aktiv ist.
Du kannst den Link auf der SharePoint-Seite verwenden oder in Power Automate weiterverarbeiten.
Variante 3: Access liest SharePoint-Listen aus
Verknüpfe eine bestehende SharePoint-Liste wie eine Tabelle:
- Access → Externe Daten → SharePoint-Liste → URL angeben
- Liste auswählen → verknüpfen
Ergebnis: Tabelle Liste_Kontakte oder ähnlich
Du kannst dann ganz normal mit Formularen darauf zugreifen.
Einschränkungen:
- keine Joins mit lokalen Tabellen
- Felder mit Choice/Lookup können zickig sein
- Multi-Value-Felder sind nicht gut verarbeitet
Variante 4: SharePoint-Dateien per VBA verwalten
Access kann Dateien hochladen oder downloaden – z. B. PDFs oder Exporte.
Datei auf SharePoint hochladen (OneDrive-Sync nötig)
Public Sub DateiNachSharePointKopieren()
Dim quelle As String, ziel As String
quelle = "C:\Berichte\report.pdf"
ziel = Environ("OneDriveCommercial") & "\Projekte\report.pdf"
FileCopy quelle, ziel
End Sub
SharePoint synchronisiert das automatisch.
Variante 5: SharePoint als Schnittstelle mit Power Automate
Access erzeugt z. B. eine CSV-Datei:
DoCmd.TransferText acExportDelim, , "qryAufträge", "C:\Temp\auftraege.csv", True
Power Automate überwacht den Ordner (z. B. OneDrive → SharePoint)
→ importiert in eine SharePoint-Liste
→ oder sendet Mail / erstellt Planner-Aufgabe / Teams-Meldung
Damit brauchst Du keine direkte Verbindung in Access – nur sauberen Export.
Variante 6: SharePoint-Dokumente verlinken
Du willst in Access auf Dateien zeigen, die auf SharePoint liegen?
Me.hyperlink = "https://deinefirma.sharepoint.com/sites/projekte/Dokumente/Bericht.pdf"
Oder in Tabelle speichern → per Klick öffnen:
FollowHyperlink Me.FeldMitLink
Funktioniert gut, wenn Du strukturierte Dateiverwaltung in SharePoint hast.
Best Practices
- Tabellen nur veröffentlichen, wenn sie simpel sind
- lieber lesen oder schreiben – nicht beides
- keine Makros oder Beziehungen auf SharePoint-Tabellen
- OneDrive-Sync nur bei sauberem Setup
- Business-Nutzer:
Environ("OneDriveCommercial")nutzen (ggf. per Registry ermitteln)
Einsatzszenarien
- Access-Berichte → automatisch auf SharePoint speichern
- Tabellen aus SharePoint lesen → lokal analysieren
- Datenexporte vorbereiten → Flow übernimmt
- Kundenordner auf SharePoint → über Access verlinken
- Access-Formulare nutzen → SharePoint als Speicher
Fazit für Entwickler
Access + SharePoint? Möglich.
Aber: kein SQL-Server. Kein Multiuser-Wunder.
Du brauchst klare Regeln, einfache Strukturen und manchmal den Umweg über Excel oder CSV.


