Software wird billiger. Sehr billig.

SÜnke Schäfer, Datenschäfer bei SeSoft GmbH Web/Database/Solutions, Datenbank-Entwickler fßr Access, SQL-Server, Power Platform usw.

Wenn selbst Sebastian Siemiatkowski von Klarna sagt, dass die Produktionskosten fĂźr Software faktisch gegen null gehen, dann sollte der Mittelstand zuhĂśren.

Seine These ist unbequem:
Der Schutzwall klassischer Softwareanbieter brĂśckelt. Nicht wegen neuer Features. Sondern weil KI Entwicklung und Migration massiv beschleunigt.

Und wenn Migration leichter wird, sinken Wechselkosten.
Und wenn Wechselkosten sinken, verlieren hohe Lizenzmodelle ihre Rechtfertigung.

Was heißt das für KMU mit Access + SQL Server?

Ganz einfach:
Du sitzt wahrscheinlich auf einer besseren Ausgangsbasis, als Du denkst.

Access ist nur Dein Frontend.
Der eigentliche Schatz liegt im SQL Server.

Ziel: Eigene Web-App statt Access-Frontend
Nicht Low-Code-Spielzeug.
Nicht wieder Lizenzfalle.
Sondern kontrollierte, skalierbare Web-Architektur.

Warum Ăźberhaupt wechseln?

Typische Realität im Mittelstand:

• Access läuft seit 10 Jahren
• SQL Server ist stabil
• VBA ist gewachsen
• Remote-Zugriffe sind hakelig
• Webfähigkeit fehlt
• Lizenzen wachsen mit

Das Problem ist nicht Access.
Das Problem ist Abhängigkeit vom Client-Frontend.

Eine Web-App lĂśst:

• Standortunabhängigkeit
• Rechte- und Rollenmodell sauber im Backend
• bessere Integration mit anderen Systemen
• moderne UI
• einfachere Skalierung

Und mit KI-UnterstĂźtzung wird das realistisch umsetzbar.

Empfohlener IT-Stack fĂźr KMU

Backend

• SQL Server bleibt Datenbank
• ASP.NET Core Web API
• Entity Framework oder direkte Stored Procedure Nutzung

Warum .NET?

• Stabil
• Stark im Mittelstand verbreitet
• Gute Integration in Microsoft-Umgebung
• Langfristig wartbar

Frontend

Option 1: Blazor
Option 2: React
Option 3: Vue

FĂźr klassische KMU empfehle ich oft Blazor:

• C# statt JavaScript-Zirkus
• Gute Kopplung ans Backend
• Weniger Tool-Chaos

Hosting

• Azure App Service
• Alternativ Linux-Server mit Docker

CI/CD

• Azure DevOps
• GitHub Actions

Ziel: Automatisierte Deployments. Kein FTP-Geschiebe.

Welche KI hilft konkret?

Hier wird es spannend.

KI ersetzt keine Architektur.
Aber sie beschleunigt massiv:

  1. CRUD-Generierung
  2. DTO-Modelle
  3. API-Endpunkte
  4. Frontend-Formulare
  5. Validierungslogik
  6. Testfälle

Typische Tools:

• GitHub Copilot
• ChatGPT
• Claude

Beispiel:

Du gibst einer KI:

„Hier ist meine SQL-Tabelle Kunde mit Feldern X, Y, Z.
Erzeuge mir Controller, Service, DTO, Validierung und Unit Tests.“

Das Grundgerßst steht Minuten später.

Der Entwickler wird vom Tipper zum PrĂźfer.

Automatisierung der Migration

Viele glauben, Migration heißt alles neu denken.
Falsch.

Realistisch läuft es so:

  1. SQL-Struktur analysieren
  2. Businesslogik identifizieren
  3. VBA-Code extrahieren
  4. Logik in Services ĂźberfĂźhren
  5. Stored Procedures als API-Endpunkte nutzen

KI kann:

• VBA nach C# übersetzen
• Abhängigkeiten analysieren
• Datenflüsse dokumentieren
• Testdaten generieren

Perfekt? Nein.
Extrem beschleunigend? Ja.

Testing – der unterschätzte Teil

Wenn Entwicklung schneller wird, muss Testing sauberer werden.

Pflicht:

• Unit Tests für Businesslogik
• Integrationstests gegen Test-Datenbank
• Automatische Build-Checks
• Staging-Umgebung vor Livegang

Auch hier hilft KI:

• Generieren von Testfällen
• Erkennen von Edge Cases
• Erstellen realistischer Testdaten

Schrittweiser Plan: Access als Frontend ersetzen

Ganz wichtig: Kein Big Bang.

Phase 1: Datenbank stabilisieren

• Tabellen normalisieren
• Businesslogik ins SQL oder Services verschieben
• Access-Formulare nur noch UI

Phase 2: API parallel aufbauen

• Kernprozess 1 als Webmodul
• Access bleibt aktiv
• Web greift auf denselben SQL Server zu

Phase 3: Pilotanwender

• 2–3 Benutzer testen Webmodul
• Feedback einarbeiten
• Performance messen

Phase 4: Modulweise ersetzen

• Prozess für Prozess
• Access wird kleiner
• Web wird größer

Phase 5: Abschalten

Wenn:

• Alle Kernprozesse im Web laufen
• Reporting migriert ist
• Benutzer geschult sind

Dann Access archivieren.

Wirtschaftlich betrachtet

Was kostet das wirklich?

Nicht null.
Aber:

• Keine steigenden Frontend-Lizenzen
• Keine Terminalserver-Abhängigkeit
• Keine veraltete Client-Infrastruktur

Du investierst einmal strukturiert.
Und gewinnst langfristige Unabhängigkeit.

Die unbequeme Wahrheit

Viele KMU zahlen seit Jahren fĂźr Komfort.
Nicht fĂźr Innovation.

Wenn Softwareproduktion durch KI massiv billiger wird,
verschiebt sich der Wettbewerb.

Nicht mehr:
„Wer hat das größte ERP?“

Sondern:
„Wer versteht seine Daten am besten?“

Access + SQL Server ist kein Altlast-Szenario.
Es ist oft die perfekte Basis fĂźr eine saubere Web-Architektur.

Die Frage ist nicht, ob es geht.
Die Frage ist, wann Du die Kontrolle zurĂźckholen willst.

Wenn Du wissen willst, wie Dein konkretes System aussehen wĂźrde,
lass uns nüchtern draufschauen. 🐑