Wie KI-gestützte Entwicklung mit der Claude CLI in der Praxis funktioniert – für Access, Excel, SQL Server und Co.
Sönke Schäfer, Datenschäfer, sesoft.de · März 2026
Wenn Sie beruflich mit VBA-Modulen in Access, Excel-Automatisierungen oder SQL-Server-Datenbanken arbeiten, haben Sie vermutlich schon von KI-Assistenten wie ChatGPT oder Claude gehört. Vielleicht haben Sie auch schon den ein oder anderen VBA-Code damit generieren lassen – per Copy & Paste aus dem Browserfenster.
Claude Code geht einen entscheidenden Schritt weiter. Es ist ein Kommandozeilen-Tool, das direkt in Ihrem Projektverzeichnis arbeitet: Es liest Ihre Dateien, erstellt neue Module, führt Befehle aus und kann sich über sogenannte MCP-Server sogar direkt mit Ihren Datenbanken verbinden. Kein Copy & Paste mehr, kein Kontextverlust zwischen Browser und Entwicklungsumgebung.
Dieser Beitrag zeigt, was Claude Code kann, wie Sie es für VBA- und Datenbankentwicklung einsetzen und welche konkreten Einstiegspunkte es gibt.
Was ist Claude Code – und was unterscheidet es vom Chat?
Claude Code ist die Kommandozeilen-Version von Anthropics KI-Assistent Claude. Sie starten es im Terminal, navigieren in Ihr Projektverzeichnis und arbeiten dort in natürlicher Sprache mit Claude zusammen. Der entscheidende Unterschied zum Browser-Chat:
Claude Code arbeitet direkt in Ihrem Dateisystem. Es liest vorhandene Dateien, erstellt neue, bearbeitet bestehenden Code und führt auf Wunsch Befehle aus. Wenn Sie sagen „Erstelle ein VBA-Modul, das alle Tabellen in der aktuellen Access-Datenbank auflistet“, schreibt Claude Code die .bas-Datei direkt in Ihren Projektordner.
Claude Code hat ein Projektgedächtnis. Über Markdown-Dateien (CLAUDE.md) können Sie Projektregeln, Konventionen und Architekturentscheidungen hinterlegen, die Claude bei jeder Session automatisch liest. Kein erneutes Erklären Ihrer Namenskonventionen, Ihrer Datenbankstruktur oder Ihrer Coding-Standards.
Claude Code lässt sich an externe Systeme anbinden. Über das Model Context Protocol (MCP) kann Claude direkt auf SQL Server, Access-Datenbanken oder beliebige ODBC-Quellen zugreifen – dazu später mehr.
Installation in 2 Minuten
Claude Code benötigt Node.js (Version 18+):
npm install -g @anthropic-ai/claude-code
Danach navigieren Sie in Ihr Projektverzeichnis und starten Claude:
cd C:\Projekte\MeineProjektmappe
claude
Beim ersten Start verbinden Sie sich mit Ihrem Anthropic-Konto. Danach können Sie direkt loslegen.
VBA-Entwicklung mit Claude Code
Warum Claude Code statt Browser-Chat?
Beim klassischen Workflow kopieren Sie VBA-Code aus dem Chat in den VBA-Editor, testen, finden Fehler, kopieren den Fehler zurück, warten auf die Korrektur und kopieren erneut. Mit Claude Code entfällt dieses Hin und Her, weil Claude Ihre Projektdateien direkt sieht und bearbeitet.
Was Claude Code für VBA-Entwickler leisten kann
Neue Module und Klassen erstellen. Beschreiben Sie, was das Modul tun soll, und Claude schreibt den Code als .bas- oder .cls-Datei direkt in Ihren Projektordner:
„Erstelle ein VBA-Klassenmodul clsKunde mit Properties für Kundennummer, Firma, Ansprechpartner und Telefon. Die Klasse soll sich selbst aus einer ADODB.Recordset-Zeile befüllen können.“
Bestehenden Code refactoren. Öffnen Sie Claude Code in einem Ordner mit exportierten VBA-Modulen, und bitten Sie um Verbesserungen:
„Lies das Modul modImport.bas und refactore es: Fehlerbehandlung mit On Error ergänzen, Magic Numbers durch benannte Konstanten ersetzen, und die Hauptfunktion in kleinere Teilfunktionen aufbrechen.“
SQL-Statements in VBA optimieren. Claude kennt sowohl VBA als auch SQL und kann komplexe Queries optimieren, parametrisieren oder von Inline-SQL zu Stored Procedures umbauen:
„Die Funktion GetUmsatzProKunde baut den SQL-String per Stringverkettung zusammen. Baue das auf parametrisierte ADODB.Command-Objekte um, um SQL-Injection zu vermeiden.“
Formulare und Berichte dokumentieren. Wenn Sie Access-Formulare als Text exportiert haben, kann Claude Code die Event-Procedures analysieren und dokumentieren:
„Analysiere das Formular frmBestellungen.txt und erstelle eine Dokumentation: Welche Events sind belegt, welche Tabellen werden angesprochen, welche Abhängigkeiten zu anderen Formularen gibt es?“
Praxis-Tipp: VBA-Module exportieren und versionieren
Access speichert VBA-Code innerhalb der .accdb-Datei. Für die Arbeit mit Claude Code (und für ordentliche Versionskontrolle generell) empfiehlt es sich, Module als Textdateien zu exportieren. Das können Sie per VBA automatisieren oder Tools wie OASIS-SVN nutzen.
Eine typische Projektstruktur für die Arbeit mit Claude Code:
MeinAccessProjekt/
├── CLAUDE.md # Projektregeln für Claude
├── modules/
│ ├── modImport.bas # Exportiertes Standardmodul
│ ├── modExport.bas
│ └── clsKunde.cls # Exportiertes Klassenmodul
├── queries/
│ ├── qryUmsatzProKunde.sql
│ └── qryOffenePosten.sql
├── docs/
│ ├── datenmodell.md # Datenbankschema-Dokumentation
│ └── roadmap.md # [ ] Offene Aufgaben
└── sql/
└── stored-procedures/ # SQL Server Procedures
Datenbankentwicklung: SQL Server und Access
Claude Code als SQL-Entwicklungspartner
Auch ohne MCP-Anbindung (dazu gleich mehr) ist Claude Code ein leistungsfähiger SQL-Entwicklungspartner. Sie legen Ihre Stored Procedures, Views und Funktionen als .sql-Dateien im Projekt ab, und Claude arbeitet direkt damit:
„Lies die Stored Procedure sp_MonatsabschlussBerechnung.sql und erkläre mir Schritt für Schritt, was sie tut. Gibt es potenzielle Performance-Probleme?“
„Schreibe eine View v_KundenMitOffenenPosten, die alle Kunden mit unbezahlten Rechnungen zeigt. Berücksichtige, dass gelöschte Datensätze über ein Flag geloescht_am markiert sind.“
„Konvertiere diese Access-Abfrage in T-SQL für SQL Server. Ersetze IIf durch CASE WHEN, Nz durch ISNULL und beachte die unterschiedliche Datum-Syntax.“
Gerade der letzte Punkt – Access-SQL nach T-SQL migrieren – ist ein häufiges Szenario, bei dem Claude Code durch sein Verständnis beider Dialekte glänzt.
Das Projektgedächtnis: CLAUDE.md richtig nutzen
Die CLAUDE.md-Datei im Projektstamm wird bei jeder Session automatisch gelesen. Für ein Datenbankprojekt könnte sie so aussehen:
# Kundenverwaltung – Access Frontend, SQL Server Backend
## Stack
- Frontend: Microsoft Access 2019 (ADP/ACCDB mit verknüpften Tabellen)
- Backend: SQL Server 2019
- VBA: Option Explicit in allen Modulen
- Verbindung: ADODB über DSN-lose Connectionstrings
## Konventionen
- Tabellen: tbl_Prefix (tbl_Kunden, tbl_Bestellungen)
- Views: v_Prefix (v_KundenMitUmsatz)
- Stored Procedures: sp_Prefix (sp_MonatsabschlussBerechnung)
- Alle Prozeduren: Fehlerbehandlung mit On Error GoTo
- Datumswerte immer als ISO-Format in SQL: 'YYYY-MM-DD'
- Soft-Delete: geloescht_am DATETIME statt Datensätze löschen
## Architektur
- Schema-Dokumentation: @docs/datenmodell.md
- Stored Procedures: im Ordner sql/stored-procedures/
- VBA-Module: exportiert in modules/
Claude kennt damit bei jeder Session Ihre Namenskonventionen, Ihren Tech-Stack und Ihre Architekturentscheidungen – ohne dass Sie es jedes Mal neu erklären müssen.
MCP-Server: Claude direkt an Ihre Datenbank anbinden
Hier wird es richtig spannend. Über das Model Context Protocol (MCP) kann Claude Code sich direkt mit Ihren Datenbanken verbinden und Abfragen ausführen. Statt SQL-Ergebnisse manuell hin- und herzukopieren, fragt Claude die Datenbank selbst ab.
SQL Server anbinden
Für SQL Server gibt es mehrere MCP-Server. Die einfachste Installation über npm:
claude mcp add --transport stdio mssql \
--env DB_HOST="mein-server" \
--env DB_PORT="1433" \
--env DB_USERNAME="mein-user" \
--env DB_PASSWORD="mein-passwort" \
--env DB_DATABASE="Kundenverwaltung" \
--env DB_TRUST_SERVER_CERTIFICATE="true" \
-- npx -y mcp-node-mssql
Alternativ gibt es einen Python-basierten Server, der auch Windows-Authentifizierung und Azure SQL unterstützt:
pip install microsoft_sql_server_mcp
Mit Konfiguration:
MSSQL_SERVER=mein-server
MSSQL_DATABASE=Kundenverwaltung
MSSQL_WINDOWS_AUTH=true
Was Sie damit tun können:
„Wie viele Kunden haben im letzten Quartal bestellt?“ → Claude schreibt die Query, führt sie auf Ihrem SQL Server aus und interpretiert das Ergebnis.
„Zeige mir die 10 langsamsten Stored Procedures nach Ausführungszeit.“ → Claude fragt die DMVs ab und gibt Optimierungsvorschläge.
„Vergleiche das Schema der Tabellen tbl_Kunden und tbl_Lieferanten – gibt es strukturelle Unterschiede?“ → Claude inspiziert INFORMATION_SCHEMA und fasst die Unterschiede zusammen.
Microsoft Access anbinden
Für Access gibt es zwei Wege:
Option 1: Der dedizierte Access-MCP-Server (nur Windows, benötigt installiertes Access)
Es existiert ein umfassender MCP-Server speziell für Microsoft Access, der auf .NET 8.0 und COM-Interop basiert. Er bietet nicht nur Datenzugriff, sondern kann auch Tabellen, Queries und Beziehungen auslesen, Formulare und Reports inspizieren und sogar VBA-Code lesen und schreiben. Verfügbar auf GitHub unter brickly26/MS-Access-mcp.
Die Konfiguration:
{
"mcpServers": {
"access-mcp-server": {
"command": "C:\\Pfad\\zu\\MS.Access.MCP.Official.exe",
"args": []
}
}
}
Damit kann Claude Ihre Access-Datenbank wie ein erfahrener Entwickler durchleuchten: Tabellenstrukturen analysieren, Beziehungen prüfen, gespeicherte Abfragen lesen und sogar VBA-Module inspizieren.
Option 2: Der generische ODBC-MCP-Server (flexibler, plattformübergreifend)
Wenn Sie bereits ODBC-DSNs eingerichtet haben (was als Access/SQL-Server-Entwickler wahrscheinlich ist), können Sie den ODBC-MCP-Server nutzen. Er verbindet Claude mit jeder ODBC-kompatiblen Datenbank:
# config.ini
[SERVER]
default_connection = sql_server_prod
max_rows = 1000
timeout = 30
[sql_server_prod]
dsn = MeinSQLServerDSN username = mein_user password = mein_passwort readonly = true
[access_lokal]
dsn = MeineAccessDB readonly = true
claude mcp add-json "odbc" '{
"command": "uv",
"args": [
"--directory", "C:\\tools\\mcp-odbc",
"run", "odbc-mcp-server",
"--config", "C:\\tools\\mcp-odbc\\config.ini"
]
}'
Der Vorteil: Ein MCP-Server, mehrere Datenquellen. Sie können SQL Server und Access gleichzeitig ansprechen, Daten vergleichen und Migrationen vorbereiten.
MCP-Server verwalten
# Alle konfigurierten Server anzeigen
claude mcp list
# Server entfernen
claude mcp remove mssql
# Im laufenden Claude Code: Status prüfen
/mcp
# Kontext-Verbrauch prüfen (MCP-Server verbrauchen Tokens)
/context
Sicherheitshinweis: Konfigurieren Sie MCP-Server für Produktionsdatenbanken grundsätzlich als Read-only. Erstellen Sie einen dedizierten Datenbankbenutzer mit minimalen Berechtigungen – idealerweise nur SELECT auf die benötigten Tabellen und Views. Schreibzugriff sollte nur für Entwicklungsdatenbanken aktiviert werden.
Praktische Einstiegsszenarien
Genug Theorie – hier sind fünf konkrete Szenarien, mit denen Sie sofort starten können:
1. Legacy-VBA-Code dokumentieren
Jeder kennt das: Eine Access-Anwendung, die seit 15 Jahren im Einsatz ist, tausende Zeilen VBA-Code, und niemand weiß mehr genau, was welches Modul tut.
Exportieren Sie die VBA-Module als Textdateien und öffnen Sie Claude Code im Projektordner:
„Analysiere alle .bas- und .cls-Dateien in modules/ und erstelle eine Übersicht in docs/modulbeschreibung.md: Für jedes Modul der Zweck, die wichtigsten Funktionen und die Abhängigkeiten zu anderen Modulen.“
Claude liest alle Dateien, versteht die Zusammenhänge und erstellt eine Dokumentation, die als Ausgangspunkt für Wartung und Weiterentwicklung dient.
2. Access-Queries nach T-SQL migrieren
Wenn Sie Access-Anwendungen auf SQL Server migrieren, ist die Query-Konvertierung oft der aufwändigste Teil. Speichern Sie Ihre Access-Queries als .sql-Dateien und lassen Sie Claude die Konvertierung übernehmen:
„Lies alle .sql-Dateien in queries/ und konvertiere sie nach T-SQL. Ersetze Access-spezifische Funktionen: IIf → CASE WHEN, Nz → ISNULL, Format → FORMAT oder CONVERT, DateDiff mit Access-Syntax → DATEDIFF mit SQL-Server-Syntax. Speichere die konvertierten Queries in sql/views/.“
3. Stored Procedures aus Access-VBA extrahieren
In vielen Access-Anwendungen steckt komplexe Geschäftslogik im VBA-Code, die eigentlich auf den SQL Server gehört:
„Lies modBestellwesen.bas und identifiziere alle Funktionen, die Geschäftslogik enthalten (Berechnungen, Validierungen, Statusübergänge). Schlage für jede eine Stored Procedure vor und erstelle die T-SQL-Dateien in sql/stored-procedures/.“
4. Datenmodell analysieren und dokumentieren
Mit einem angebundenen MCP-Server wird es besonders mächtig:
„Verbinde dich mit der Datenbank und analysiere das komplette Schema: Alle Tabellen, Spaltentypen, Primärschlüssel, Fremdschlüssel und Indizes. Erstelle eine Dokumentation in docs/datenmodell.md mit einer Übersicht aller Tabellen und ihren Beziehungen.“
5. Performance-Analyse für SQL Server
Ebenfalls mit MCP-Anbindung:
„Analysiere die aktuellen Wait Stats und die Top 10 Queries nach CPU-Verbrauch. Gibt es fehlende Indizes, die der Query Optimizer empfiehlt? Erstelle einen Bericht in docs/performance-analyse.md.“
Skills: Wiederkehrende Workflows automatisieren
Wenn Sie merken, dass Sie bestimmte Aufgaben immer wieder auf die gleiche Art lösen, können Sie daraus einen Skill erstellen. Skills sind Markdown-Dateien, die Claude automatisch lädt, wenn sie relevant sind – oder die Sie als Slash-Command aufrufen.
Beispiel: Ein Skill für neue Stored Procedures nach Ihren Konventionen:
.claude/skills/
neue-sp/
SKILL.md
---
name: neue-sp
description: Erstellt eine neue Stored Procedure nach Firmenkonventionen.
Nutzen bei "neue Procedure", "SP erstellen" oder "Stored Procedure anlegen".
---
# Neue Stored Procedure erstellen
Befolge diese Konventionen:
## Namensgebung
- Prefix: sp_ gefolgt von Aktion und Objekt (sp_GetKundenMitUmsatz)
- Parameter mit @ Prefix, aussagekräftig benannt
## Struktur
- SET NOCOUNT ON als erste Zeile
- Fehlerbehandlung mit TRY/CATCH
- Transaktion bei Schreiboperationen
- Kommentarblock am Anfang: Zweck, Autor, Datum, Parameter
## Workflow
1. Frage nach Zweck und benötigten Parametern
2. Zeige den Entwurf zur Bestätigung
3. Erstelle die .sql-Datei in sql/stored-procedures/
4. Aktualisiere docs/datenmodell.md
Danach genügt ein /neue-sp in Claude Code, und der komplette Workflow läuft nach Ihren Standards ab.
Was Claude Code kostet
Claude Code nutzt die Anthropic API und verbraucht Tokens. Für die typische VBA- und Datenbankarbeit sollten Sie mit folgenden Größenordnungen rechnen:
- Gelegentliche Nutzung (ein paar Module pro Woche): 5–15 € pro Monat
- Tägliche Entwicklungsarbeit: 10–30 € pro Tag, je nach Umfang
- Intensive Nutzung mit MCP: Am oberen Ende, weil Datenbank-Abfragen zusätzliche Tokens verbrauchen
Alternativ bietet Anthropic mit dem Max-Abo (100 $/Monat) eine Flatrate, bei der Claude Code unbegrenzt enthalten ist. Für tägliche Nutzer rechnet sich das schnell.
Setzen Sie in jedem Fall ein Budget-Limit im Anthropic-Dashboard – gerade am Anfang, wenn man noch lernt, wie viele Tokens bestimmte Aufgaben verbrauchen.
Wichtige Slash-Commands für den Alltag
| Befehl | Funktion |
|---|---|
/init | Generiert eine Start-CLAUDE.md für Ihr Projekt |
/clear | Frische Session starten (CLAUDE.md wird neu geladen) |
/compact | Kontext komprimieren, Session fortsetzen |
/memory | Auto-Memory einsehen und bearbeiten |
/mcp | MCP-Server-Status prüfen |
/context | Token-Verbrauch im Kontextfenster anzeigen |
Grenzen und Realitätscheck
Claude Code ist ein außerordentlich leistungsfähiges Werkzeug, aber kein Ersatz für Fachwissen. Ein paar ehrliche Einschränkungen:
Kein direkter Zugriff auf den VBA-Editor. Claude Code arbeitet mit Textdateien. VBA-Module müssen exportiert und nach der Bearbeitung reimportiert werden. Es gibt keinen Live-Zugriff auf den VBA-Editor in Access oder Excel.
COM-Automation nur über den Access-MCP-Server. Nur der dedizierte Access-MCP-Server kann über COM mit einer laufenden Access-Instanz interagieren. Der generische ODBC-Weg beschränkt sich auf Daten und Schema.
Jede Session startet bei Null. Ohne CLAUDE.md und Skills müssen Sie jede Session von vorne erklären. Investieren Sie die 15 Minuten für eine saubere CLAUDE.md – es zahlt sich bei jeder Nutzung aus.
Keine GUI. Claude Code ist ein Terminal-Tool. Wenn Sie bisher ausschließlich mit der Access-IDE oder SSMS gearbeitet haben, ist die Kommandozeile anfangs ungewohnt. Die Lernkurve ist aber flach – Sie tippen ja hauptsächlich natürliche Sprache.
SQL-Ergebnisse immer prüfen. Besonders bei MCP-angebundenen Produktionsdatenbanken: Prüfen Sie generierte Queries, bevor Sie sie auf kritischen Daten ausführen. Claude ist gut, aber nicht unfehlbar.
In 30 Minuten startklar: Ihre ersten Schritte
- Node.js installieren (nodejs.org, Version 18+) und
npm install -g @anthropic-ai/claude-codeausführen - Anthropic-Konto erstellen unter console.anthropic.com und Budget-Limit setzen
- Projektordner vorbereiten: VBA-Module exportieren, SQL-Dateien sammeln
claudestarten und mit/initeine erste CLAUDE.md generieren- CLAUDE.md anpassen: Ihre Namenskonventionen, Ihren Stack, Ihre Regeln eintragen
- Erste Aufgabe stellen: „Dokumentiere alle Module in modules/“
- Optional: MCP einrichten für direkten Datenbankzugriff
Sie werden überrascht sein, wie schnell der Workflow zur zweiten Natur wird. Nach zwei bis drei Sessions mit einer gepflegten CLAUDE.md fühlt sich die Arbeit an, als hätten Sie einen erfahrenen Kollegen neben sich sitzen, der Ihre Codebasis bereits kennt.
Fazit
Claude Code ist kein Spielzeug und kein Hype-Produkt. Für VBA- und Datenbankentwickler bietet es einen konkreten, messbaren Produktivitätsgewinn – besonders bei der Dokumentation von Legacy-Code, bei Migrationen zwischen Access und SQL Server und bei der täglichen SQL-Entwicklung.
Die Einstiegshürde ist bewusst niedrig gehalten: Node.js installieren, claude starten, loslegen. Das Projektgedächtnis über CLAUDE.md sorgt dafür, dass Claude Ihr Projekt mit jeder Session besser versteht. Und wer bereit ist, sich in MCP-Server einzuarbeiten, bekommt einen KI-Assistenten, der direkt mit den eigenen Datenbanken arbeiten kann.
Probieren Sie es aus. Starten Sie mit einem kleinen, überschaubaren Projekt – etwa der Dokumentation eines bestehenden Access-Moduls. Die Investition von 30 Minuten für die Einrichtung wird sich schnell amortisieren.
Fragen zur Einrichtung oder zu konkreten Projekten? Melden Sie sich gerne – bei sesoft.de helfen wir Ihnen, das Beste aus Ihren Access- und SQL-Server-Anwendungen herauszuholen.
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