Der SQL Server Reporting Services (SSRS) ist fast tot. Es folgt der Power BI Report Server (PBIRS).

Mit der SQLServer/blog/2025/06/19/enhancing-Reporting-and-analytics-with-sql-server-2025-tools-and-services/“>Ankündigung vom 19. Juni 2025 zeichnet sich ziemlich klar ab, dass Microsoft den SQL Server Reporting Services (SSRS) langsam aber sicher aufs Abstellgleis schiebt. Der Power BI Report Server (PBIRS) wird der neue Standard für Reporting in der Microsoft-Welt – und SSRS wird künftig nur noch als Bestandteil davon mitgeschleppt.

Was bietet PBIRS, was SSRS nicht hat?

PBIRS ist im Kern ein Superset von SSRS – er kann alles, was SSRS kann, plus:

  1. Power BI-Berichte (.pbix):
    PBIRS erlaubt die Veröffentlichung von interaktiven Power BI-Berichten, nicht nur statischen paginierten Reports.
  2. Modernes UI & interaktive Visualisierungen:
    Die Nutzeroberfläche ist deutlich moderner. Drag & Drop, Filter, Drilldown – alles im Browser und ohne extra Viewer.
  3. Mobile Reports (ehemals Datazen):
    Weniger relevant, aber PBIRS kann auch Reports für mobile Endgeräte bereitstellen (wenn auch nicht so verbreitet).
  4. Bessere Integration mit Power BI Desktop (für PBIRS):
    Es gibt eine spezielle Power BI Desktop-Version, die Berichte für den PBIRS erstellen kann – lokale Power BI-Nutzung ohne Cloud-Zwang.
  5. Modernes Authentifizierungsmodell (z. B. über Azure AD oder hybride Lösungen):
    SSRS ist da eher altbacken unterwegs.
  6. Langfristige Unterstützung durch Microsoft:
    PBIRS ist Teil der „offiziellen“ Roadmap, SSRS nicht mehr.

Muss man sofort migrieren?

Nein. Aber:

  • SSRS wird nicht sofort abgeschaltet, ist aber faktisch ein „Zombie-Produkt“.
  • Neue Features oder Verbesserungen wird’s vermutlich nicht mehr geben.
  • Die Integration in moderne Umgebungen (Power Platform, Azure, etc.) wird bei SSRS enden – PBIRS ist da die Zukunft.

Für KMU bedeutet das:

Wer heute noch SSRS verwendet, sollte mittelfristig den Umstieg planen – oder sich damit abfinden, auf einem veralteten Reporting-Stack zu sitzen.

Was heißt das konkret für KMU?

1. Stillstand riskieren oder in die Zukunft investieren

  • KMU, die SSRS einsetzen, stehen jetzt vor der Entscheidung:
    Warten bis es knallt? Oder langsam, strategisch auf PBIRS umstellen?

2. PBIRS ist (noch) lokal einsetzbar

  • PBIRS ist eine On-Premises-Lösung – das kommt KMU entgegen, die (noch) nicht in die Cloud wollen oder dürfen.

3. Power BI Know-how wird Pflicht

  • Wer bislang nur RDL-Dateien gebastelt hat, muss nun lernen, wie man Power BI Desktop für PBIRS nutzt. Das ist kein Hexenwerk, aber eben auch kein Copy & Paste.

4. Reporting wird visueller und interaktiver

  • Gute Gelegenheit, die bestehenden Reports mal gründlich zu überdenken:
    Braucht wirklich jeder Report 12 Spalten im PDF? Oder tut’s auch ein interaktives Dashboard?

SSRS stirbt auf Raten. Microsoft sagt es nicht laut, aber wer die Roadmap liest, sieht es glasklar:
PBIRS ist die Zukunft für On-Prem-Berichte.

Sönke Schäfer, zertifizierter SQL-Server Entwickler bei SeSoft GmbH

Empfehlung für KMU:
Jetzt den Umstieg strategisch vorbereiten – nicht über Nacht, aber auch nicht auf die lange Bank schieben. Wer heute in Power BI (auch On-Prem) investiert, bleibt im Spiel.