Es gibt Wochen, in denen man etwas ausprobiert, weil man neugierig ist. Und dann gibt es Wochen, in denen man am Ende vor dem Bildschirm sitzt und denkt: Das verändert tatsächlich etwas. Diese Woche war die zweite Sorte.
Der Schäfer hat seine Herde neu geordnet. Und das ging schneller, als er gedacht hätte.
Was passiert ist – und warum es mich überrascht hat
Ich habe meine WordPress-Website mit Claude Desktop verbunden. Nicht über Copy und Paste, nicht über eine selbstgebastelte API-Konstruktion, die drei Nächte Debugging kostet. Sondern so, dass ich in Claude Desktop schreibe: „Erstelle einen Blogbeitrag über dieses Thema, Kategorie KI, Status Entwurf“ – und der Beitrag erscheint. In WordPress. Mit Gutenberg-Blöcken. Mit Kategorien. Mit Tags. Fertig zur Durchsicht.
Das klingt nach wenig. Es ist aber gar nicht wenig.
Die Technologie dahinter heißt MCP, Model Context Protocol. Es ist ein offener Standard, der KI-Assistenten erlaubt, nicht nur Text zu erzeugen, sondern tatsächlich mit externen Systemen zu interagieren. WordPress 7 bringt dafür die sogenannte Abilities API mit. Zusammen mit einem offiziellen MCP Adapter Plugin wird die eigene Website zu einem Server, den Claude Desktop direkt ansprechen kann.
Die Einrichtung hat unter einer Stunde gedauert. Man braucht WordPress 6.9 oder neuer, das MCP Adapter Plugin, ein Abilities-Plugin für die Funktionsfreigabe, Claude Desktop mit Node.js auf dem eigenen Rechner und ein Anwendungspasswort in WordPress. Kein Hexenwerk. Eher: geduldiges Aufstellen der Zäune, damit die Herde weiß, wo sie hingehört.
Was ich in einer einzigen Session erledigt habe
Was mich wirklich überrascht hat, war das Tempo. In einer Session habe ich mehr als 30 Seiten als Struktur angelegt, sieben Kategorien und fünfzig Tags erstellt, wiederverwendbare CTA-Blöcke als Patterns gebaut, Blogartikel in natürlicher Sprache beauftragt sowie Medien hochgeladen und Alt-Texte gesetzt.
Alles als Entwurf. Ich prüfe, ergänze, veröffentliche. Claude macht die Fleißarbeit.
Genau das ist der Punkt, der für mich den Unterschied macht. Nicht die Frage, ob KI Inhalte besser schreibt als ich. Die Antwort ist: nein, nicht automatisch. Aber KI übernimmt die Arbeit, die mich bremst. Das Anlegen von Strukturen, das Vergeben von Metadaten, das Erstellen von Entwürfen, die ich dann mit meinem eigenen Blick durchsehe. Der Schäfer gibt die Richtung vor. Den Weg läuft die Herde selbst.
Was das für KMU bedeutet
Ich arbeite mit kleinen und mittleren Unternehmen. Die haben selten jemanden, der ausschließlich für die Pflege der Website zuständig ist. In der Praxis bedeutet das: Inhalte bleiben liegen, Strukturen wachsen planlos, das Blog verstaubt.
Was ich diese Woche eingerichtet habe, ist kein Luxus für große Budgets. Es ist eine Lösung für genau diese Situation. Wer WordPress nutzt und Claude Desktop einsetzen möchte, kann mit überschaubarem Aufwand eine Verbindung herstellen, die echte Arbeit abnimmt. Keine laufenden Abokosten für ein weiteres SaaS-Tool. Kein neues System, das niemand versteht. Einfach: Anweisung geben, Ergebnis prüfen, fertigstellen.
Ich habe eine ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu geschrieben, die zeigt, wie die Einrichtung konkret funktioniert.
Fazit: Diese Woche hat sich gelohnt
Als Unternehmer hat man immer zu viel auf dem Plan und zu wenig Zeit, um alles in Ruhe auszuprobieren. Diese Woche war eine Ausnahme. Ich habe etwas eingerichtet, das ich in meiner eigenen Arbeit direkt einsetzen werde – und das ich ohne Zögern weiterempfehlen kann.
Der Schäfer blickt über die Herde und stellt fest: Die Ordnung sitzt. Die Weiden sind abgesteckt. Und nächste Woche kann er sich wieder um das kümmern, wofür er eigentlich da ist.


